Ausschreibung

Materialeffekte

Mit dem Fokus auf Materialeffekte setzt der 6. Internationale Marianne Brandt Wettbewerb, die mit dem ersten Wettbewerb im Jahr 2000 begonnene Suche, nach der "Poesie des Funktionalen" im Spannungsfeld von Kunst und Design fort. Er knüpft damit erweiternd an das material-, mensch- und umweltbewusste Thema "cradle to cradle" der Sonderkategorie des letzten Wettbewerbs 2013 an.

Junge Gestalter, Künstler und Fotografen, aber auch Wissenschaftler und Kreative anderer Disziplinen sind eingeladen, interessante Antworten oder weiterführende Fragestellungen zum Thema zu entwickeln. Der Wettbewerb interessiert sich für materialsensible Produkt- und Bildfindungen, genauso wie für Projekte und Versuchsanordnungen, welche sich mit der Herkunft, Eigenschaften und Bedingungen von Materialien beschäftigen und dabei eventuell die Tragfähigkeit eines waren- und dingorientierten Gestaltens sozial und ästhetisch in Frage stellen, um neue Verhaltens- und Handlungs-
perspektiven zu entwerfen.

Erwartet werden Wettbewerbsbeiträge, die Fragen eines zeitgemäßen Materialeinsatzes anschaulich und inhaltlich klar, sowie künstlerisch, gestalterisch oder/und wissenschaftlich anspruchsvoll thema-
tisieren und auch ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Wirkungen berücksichtigen. Dementsprechend werden Preise in den Kategorien "Produkt", "Fotografie" und "Versuchsanordnung" ausgeschrieben.

 

Die Namensgeberin des Wettbewerbs:
die Bauhäuslerin, Produktgestalterin und Künstlerin Marianne Brandt

Am Bauhaus der 1920er Jahre war die Frage, wie Materialien - deren Auswahl, Umwandlung oder Kombination - gestalterische und künstlerische Prozesse prägen, ein zentraler Gegenstand des von Laszlo Moholy-Nagy und Josef Albers geleiteten Vorkurses. Marianne Brandt hat diesen Unterricht, in dem z.B. mit einfachen Werkzeugen die Material-
eigenschaften verschiedener Stoffe wie Metall, Holz, Kunststoff und Papier untersucht worden sind, 1924 besucht.
Hier übte sie zunächst spielerisch forschend, wie sich räumliche Strukturen, ausgehend von den spezi-
fischen Eigenschaften der Materialien, durch geeignete Verfahren entwickeln lassen. Anwendung fand dieses Grundlagenwissen über Materialitäten schließlich vor allem in ihren Entwürfen für die Metallwerkstatt, welche Marianne Brandt in Dessau erst technisch und 1928 auch künstlerisch geleitet hat.

Marianne Brandts Lampen für das Bauhausgebäude, aber auch ihre Tischobjekte vom Tee-Extrakt-Kännchen bis zum Aschenbecher sind als sensible, geometrisch-logische, funktionale Materialkomposi-
tionen zu Ikonen des modernen Designs geworden. Parallel zu ihrer praktischen, funktionalistisch orien-
tierten Arbeit in der Metallwerkstatt hat Marianne Brandt, aber stets auch künstlerisch frei gearbeitet und sich so einen poetischen Spielraum und ein Übungsgelände für sinnliche Untersuchungen von Materialwirkungen erhalten, die indirekt in ihre anwendungsorientierten Gestaltungen eingeflossen sind.

Ein besonderes Instrument der künstlerischen Arbeit von Marianne Brandt, die vor ihren Bauhausjahren schon ein Malereistudium abgeschlossen hatte, wurde schließlich die Fotokamera, bzw. die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie, welche in etwa 50 Foto-Collagen aus eigenen Aufnahmen und gesammelten Pressebildern kulminierte.

 

Teilnahme

Arbeiten können auf dieser Plattform als PDF (max. 5MB/ max. 5 Seiten) eingereicht werden:
www.contest.marianne-brandt-wettbewerb.de

Zur Teilnahme berechtigt sind Studenten und junge Kreative, die zum letzten Termin der Einreichung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Termine

Online-Anmeldung & Upload der Arbeiten Produktgestaltung, Fotografie und Versuchsanordnung
1. Oktober 2015 — 31. Mai 2016

Bekanntgabe der Nominierungen für Produktgestaltung, Fotografie und Versuchsanordnung
30. Juni 2016

Einsendung der nominierten Arbeiten Produktgestaltung, Fotografie und Versuchsanordnung
15. August – 26. August 2016


Termine

Ablauf

Der Wettbewerb gliedert sich in zwei Phasen. 

Die erste Phase umfasst die Einreichung der Exponate in digitaler Form. Die Teilnehmer melden sich hierfür auf der Webseite an. Nach erfolgreicher Anmeldung (nach Eingang der Teilnehmergebühr und Erteilung der Zugangsdaten durch die Veranstalter des Marianne Brandt Wettbewerbs) können die Teilnehmer ihre digitale Version des Exponats in Form einer PDF-Datei (Dateigröße max. 5 MB) hochladen. Aus den eingereichten Exponaten nominiert die Jury Arbeiten für die folgende Phase. 

Die zweite Phase umfasst die Einsendung der Exponate auf postalischem Weg. Hierfür erhalten die nominierten Teilnehmer eine Nachricht mit weiteren Details zur Einsendung. Das Porto für die Einsendung und Rücksendung der nominierten Exponate trägt der Teilnehmer.

Teilnahmegebühr

€ 30,00. Zahlbar bei Anmeldung (ab Oktober 2015).

Jeder Teilnehmer am Wettbewerb erhält einen Katalog.

Preise

In den drei Kategorien werden jeweils ein Preis in Höhe von € 5.000, sowie je drei Anerkennungen ver-
geben. Sonderpreise werden von namhaften Firmen vergeben: vitra GmbH Weil am Rhein, USM Haller AG Münsingen, smow GmbH Leipzig, Neue Schule für Fotografie Berlin.

Weitere Sonderpreisstifter werden bekannt gegeben.

Katalog

Jeder Teilnehmer am Wettbewerb erhält einen Katalog gratis.

Auslober

Kunstverein VILLA ARTE e.V.
Augustusburgerstr. 102
09126 Chemnitz

info@marianne-brandt-wettbewerb.de

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